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Arne Voigtmann

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Schund und Schätze
Trash and Treasure
Don Rosa
Don Rosa
Peter Daibenzeiher
13
AA 43/2003 (FIN) (Okt. 2003)
MM 46/2003, OD 30, HOF 20
D 2003-017
keine
Im dicken Buch auf dem mittleren Schrank im Splash Panel
In dem Müllberg auf Seite 5 liegt ein Comicheft mit Mickys Antlitz

Inhalt

Donald hilft seinem Onkel dabei, den Geldspeicher etwas auszumisten. Das stellt sich jedoch als gar nicht so einfach heraus, da Dagobert alles, was Donald wegwerfen will, noch irgendwie gebrauchen kann (und sei es nur, um daraus noch ein paar Kreuzer Profit zu schlagen). Doch Dagoberts Neffe bleibt hart, und schließlich kann man eine kleine, aber feine Schachtel voller alter Büroklammern, Bleistifte, Rechnungen und so weiter aussortieren.

Während Donald den Müll rausbringt (und dabei eine möglichst aktuelle Zeitung aus der Mülltonne fischen soll), liest Dagobert in der Zeitung vom Vortag etwas über eine Versteigerung von historischem Bürokram - und vermisst plötzlich schmerzlich die Schachtel mit dem Müll.

Er rennt raus, um Donald abzufangen, doch zu spät. Dagoberts Erbneffe berichtet, dass der Müll gerade von der Müllabfuhr abgeholt worden ist. Die Beiden fahren dem fraglichen Lastwagen hinterher und bringen ihn zum Halten. Dagobert wird sich schnell mit dem Müllwagenfahrer einig (auch Müll hat seinen Preis) und lässt die ganze Wagenladung Abfall einfach auf die Straße kippen - und auf den 313 inklusive dessen Besitzer, nebenbei bemerkt.

Leider ist auch das zwecklos. Die wertvolle Schachtel hat sich offenbar doch nicht auf dem Müllwagen befunden. Um eine Erfahrung und etwas Geruch (Sardinen in Knoblauch) reicher geht's zurück zum Mülleimer, der, so vermutet Donald, wohl doch nicht mehr von dem Müllwagen geleert wurde. Trotzdem hat irgend jemand den Inhalt des Abfalleimers entsorgt, denn der ist ratzeputz leer. Von einem in der Nähe arbeitenden Straßenfeger erfahren sie, dass er allen Müll aus dem Geldspeicher immer in den Gully kippen soll. Klingt zwar komisch, wie er selbst zugibt, doch ein Mann bezahlt ihn für diesen Auftrag und daher denkt er nicht weiter drüber nach.

Dagobert und sein Neffe müssen sich also wohl oder übel in den Untergrund begeben. Dort erfahren sie des Rätsels Lösung. Die Panzerknacker schnappen sich stets den duckschen Müll, der ihnen in den Kanal geliefert wird, um ihn nach wertvollem zu durchsuchen. Diesmal scheinen sie Pech zu haben und wollen den wertlosen Tand schon verbrennen, als plötzlich aus einem Versteck der entsetzte Dagobert aufschreit und den Panzerknackern damit einen gehörigen Schreck einjagt. Donald nutzt die allgemeine Verwirrung, schnappt sich die Schachtel und macht sich vom Acker. Dagobert spurtet hinter ihm her, gefolgt von den Panzerknackern, denn wenn die beiden Ducks so einen Aufstand um scheinbar wertlosen Plunder machen, kann dieser ja so wertlos nicht sein.

Dagobert und Donald wären im Labyrinth der Entenhausener Kanalisation wohl auch entkommen, wenn Donald nicht immer noch nach den Sardinen in Knoblauch riechen würde. Die Panzerknacker stürzen sich auf ihn, achten jedoch nicht auf seinen Onkel. Donald wirft die Schachtel zu Dagobert und der entkommt durch einen Gully in den Entenhausener Stadtpark, die Panzerknacker rennen hinter ihm her, laut Haltet den Dieb! rufend.

Das sieht man natürlich nicht alle Tage, und so glaubt ein zufällig vorbeigehender Polizist, dies sei die Versteckte Kamera und hält den Dieb wirklich, während er den Panzerknackern die wertvolle Schachtel zurückgibt. Plötzlich kommt Dagobert eine Idee: Er ruft Donald zu, dass in dem Kistchen Beweise gegen die Panzerknacker sind und er sie sich unbedingt schnappen muss. Die leichtgläubigen Panzerknacker wollen die lange gejagte Schachtel nun entsorgen, was es Donald leichter machen müsste, das Ding wieder zu bekommen.

Wie gesagt, müsste, denn die Herren Verbrecher werfen das Ding einfach über eine Brücke in die Gumpe. Donald stürzt todesmutig hinterher und landet auf einem Frachtschiff (genauer gesagt, in dessen Schornstein, aber wir wollen ja nicht kleinlich sein). Dort liegt glücklicherweise auch die Schachtel und das Katz-und-Maus-Spiel hat ein Ende.

Donald erreicht endlich wieder den Geldspeicher. Zwar erschöpft und geschunden, aber mit Schachtel. Während er auf die Rückkehr seines Onkels wartet (den der Polizist mit Star-Allüren mit zur Polizeiwache geschleppt hat), denkt er über die Ungerechtigkeit der Welt nach. Dabei fällt ihm ein, dass er ja eigentlich den weggeworfenen Müll gefunden hat und dieser rechtmäßig ihm zusteht. Daher durchwühlt er die Schachtel, um herauszufinden, was für Onkel Dagobert so wertvoll sein könnte, doch er findet nichts, das nach Etwas von Wert aussieht.

Als Dagobert schließlich sein Büro betritt, versucht Donald, mit einem Trick herauszufinden, was sein Onkel so wertvolles weggeschmissen hat, indem er behauptet, der Schatz sei nicht mehr da. Dagobert wirft nur einen kurzen Blick darauf und meint zufrieden: Es ist noch da, schau! Donald schaut und entdeckt einen Brief mit einer alten Briefmarke, der zwischen die alten Rechnungen gerutscht ist. Ihm geht nicht nur ein Licht, sondern ein ganzer Kronleuchter auf: Ja, natürlich! Dagobert muss er allerdings herb enttäuschen, als er sagt, der Müll gehöre nun ihm.

Als ein Herr vom Auktionshaus kommt, den Dagobert eigens herbestellt hatte, muss er also mit Donald verhandeln. Dabei begeht Dagoberts Erbneffe einen folgenschweren Fehler. Er präsentiert dem Auktionator die wertvolle Briefmarke und schiebt im gleichen Atemzug den restlichen Krempel in den Mülleimer. Doch welch eine Enttäuschung: Der Auktionator hält die wertvolle Marke für gar nicht wertvoll: Ziemlich häufig sei sie, und noch dazu im schlechten Zustand, höchstens einen Taler wert. Donald versteht die Welt nicht mehr, doch Dagobert holt zufrieden grinsend den wahren Schatz aus dem Abfalleimer.

Ich habe Sie wegen dessen gerufen, was ich soeben im Müll gefunden habe. Der Herr vom Auktionshaus ist begeistert: Ein Klekser Royal-Füller aus dem Jahre 1910. Davon sind nur drei Exemplare bekannt. Und Sie warten gleich mit einem ganzen Dutzend auf! Alle zwölf in der Originalpackung sind unter Sammlern mindestens eine halbe Million Taler wert. Donald ist schockiert und legt sich erst einmal hin (eher unfreiwillig, versteht sich), während Dagobert und der Auktionator ihr Geschäft mit einem Essen abschließen wollen... denn den Beiden steht plötzlich irgendwie der Sinn nach Sardinen in Knoblauch.

(Arne Voigtmann)

Kommentar

Nach einem dreiviertel Jahr Wartezeit auf das neuste Werk von Don Rosa ist die Erwartungshaltung natürlich dementsprechend hoch. Leider muss ich sagen, dass meine hohen Erwartungen nur zum Teil erfüllt wurden.

Sicher, Dons detaillierter Zeichenstil ist wie immer brillant, doch wie schon bei den vorhergehenden Geschichten fehlen mir erneut die witzigen Gags im Hintergrund, die Don Rosas Geschichten früher immer so besonders gemacht haben. Ältere Werke kann man vier, fünf Mal lesen und es gibt immer noch etwas neues zu entdecken, was man bisher noch nicht bemerkt hat. Zwar gibt es auch dieses mal einige Mäuse, Vögel und Maulwürfe, die im Hintergrund Schabernack treiben, doch hat man spätestens beim zweiten Durchlesen alles entdeckt, was es zu entdecken gibt.

Nun zur Story der Story (wahnwitziges Wortspiel, ich weiß). Die Handlung an sich ist nicht wirklich spektakulär, da es kurz und knapp zusammengefasst eigentlich nur darum geht, den wertvollen Müll wieder zu finden, wobei es einige Stolpersteine aus dem Weg zu räumen gilt. Die Slapstick-Einlagen sind gewohnt witzig und auch das Wiedersehen mit dem alten Entenhausen unter Tage ist schön anzusehen, doch bis auf den Polizisten mit Star-Allüren und den Schlussgag bietet die Geschichte keine wirklich großen und unerwarteten Wendungen.

Interessant finde ich, dass Don Rosa die 13 Seiten so sehr füllt wie nur möglich, denn kaum eine Seite kommt mit den gewohnten acht Panels aus, sechs haben sogar je ein volles Dutzend. Möglicherweise ist das auch ein Grund für die fehlenden Hintergrundgags, denn in die ziemlich kleinen Bilder passt einfach kaum noch Hintergrund hinein. So zeichnet sich diese Geschichte durch für Don Rosa-Verhältnisse ungewohnt leere Hintergründe aus. Manch Einem mag dies gefallen, da an Dons Werken oft diese überladenen Hintergründe kritisiert werden, doch wenn dadurch die Hintergrund-Gags verloren gehen, habe ich doch lieber größere und dafür vollere Panels, in denen man richtig auf Entdeckungsreise gehen kann.

Eine ganz witzige Geschichte ohne das Zeug zum Klassiker: 3+

(Arne Voigtmann)

Auftauchende Charaktere:

Hintergrundinfos


Allgemeines

In der DCML schrieb Don am 28.02.2003 folgendes:
Ich scheine unbeabsichtigt eine Reihe begonnen zu haben, in die alle meine Gag-Storys reinpassen. Die Geschichten handeln alle nur von Dagobert und Donald und beginnen an einem ruhigen Tag im Geldspeicher, irgendein größeres Unglück passiert, es gibt viel Herumgerenne und es endet wieder im Geldspeicher, wobei Donald immer schlecht wegkommt. Die Geschichten, auf die dies zutrifft sind Alles schwer verquer, Attaaaacke!, Vergiss es, Trash and Treasure und vielleicht auch noch Die Münze.

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Letzte Änderung am 18.08.2010