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Arne Voigtmann

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Eine schlüpfrige Angelegenheit
Cash Flow
Don Rosa
Don Rosa
Jano Rohleder
26
US 224 (Dez. 1987)
MM 8–9/96, OD 10, TGDDS 1, HOF 1, Milliardenraub in Entenhausen, DRC 1
AR 106
keine
Auf einem Geldschein im ersten Bild (in der MM wurde das erste Bild unten etwas abgeschnitten, in OD 10 die Widmung entfernt)
keine

Inhalt

Nach einem ihrer zahlreichen gescheiterten Versuche, den Geldspeicher auszurauben, sehen sich die mittellosen Panzerknacker gezwungen, auf dem Markt Obst zu klauen. Dabei treffen den ihnen wohlbekannten verrückten Professor von der Kohldampfinsel, der zwar seinen Versteinerungsstrahler vernichtet, dafür aber zwei neue erfunden hat, die den Gaunern sehr gelegen kommen: Einen Reibeweg- und einen Antiträgheitsstrahler, die sie bei ihm gegen Kohl eintauchen können.

Damit können sie nun weder Stacheldraht noch Selbstschussanlage aufhalten und es gelingt ihnen, die Ducks außer Gefecht zu setzen und bis in den Tresorraum vorzudringen. Dagobert schafft es aber, all sein Geld mit dem eine Panzerknacker entrissenen Reibewegstrahler zu bestrahlen, sodass es nun flüssig wie Wasser ist. So bleibt den Panzerknackern nur, ein Loch in die Außenwand zu bohren, um ans Geld zu gelangen. Das können die Ducks zwar noch vom Speicherdach aus mit dem von den Panzerknackern zurückgelassenen Antiträgheitsstrahler verhindern, aber nicht mehr den gleichzeitigen Angriff von allen Seiten, der dem strahlengeladenen Geldspeicher den Rest gibt.

Eine Geldflut ergießt sich daraufhin über Entenhausen und fließt in die städtische Kanalisation. Wird es den Ducks noch gelingen, das Geld aufzufangen oder haben die Panzerknacker diesmal gewonnen? Die Strahler scheinen die einzige Rettung zu sein …

(Max Baumgart)

Kommentar

Dies ist die erste Rosa-Geschichte, in der der Entenzeichner die Naturgesetze auf den Kopf stellt. Der Zeichenstil wird immer ausgefeilter, besonders die Schattierungen und zeichnerischen Feinheiten sowie explodierende Geldspeicher oder Geldfluten, die die Stadt überschwemmen, sind ziemlich eindrucksvoll. Aber auch die vielen kleinen Hintergrundgags erfreuen das Auge des Lesers.

Es ist zugleich spannend und hochkomisch, zu lesen, wie die Panzerknacker durch den Stacheldrahtzaun wie durch weichgekochte Spaghetti schlüpfen, einer von ihnen beinahe im Geld ertrinkt und nicht zuletzt auch, wie die Ducks das Ende meistern.

Wenngleich es gewisse Ungereimtheiten gibt (wie sind die mittellosen Panzerknacker an die teuren Bulldozer zum Angriff auf den Geldspeicher gekommen, wenn sie auf dem Obstmarkt gerade mal zwei Äpfel und ein halbes Dutzend Pflaumen zu erbeuten in der Lage waren und die im Geldspeicher erbeutete seltene Münze für den Kohl zum Eintausch der Strahler verbraucht haben?), ist die Geschichte doch ansonsten glaubhaft. Rosa schöpft auch alle Möglichkeiten, die die Strahler bieten, aus, und reichert wieder alles mit seinem typischen Humor an.

Neben der witzigen, actionlastigen Handlung hat diese Geschichte aber auch noch einen zweiten Handlungsstrang, der sich insbesondere um das gespannte Verhältnis zwischen Donald und Dagobert dreht. Am Anfang beschwert sich Dagobert, Donald rinne das Geld nur so durch die Finger und brüstet sich, er brauche dessen armselige Hilfe nicht. Als die Panzerknacker erneut angreifen und sich dank der Strahler von nichts aufhalten lassen, fleht Dagobert nun Donald um Hilfe an, der sie aber nur leisten will, wenn ihm Geld als Belohnung versprochen wird. Die bekommt er am Ende zwar, aber gleichzeitig auch eine Lehre, seinen Onkel nicht in einer Notsituation auszunutzen und eine Bestätigung von Dagoberts anfänglicher Bahuptung. Es ist zwar verständlich, das Rosa hier Donald einen Denkzettel verpasst, aber auch schade, dass er wieder mal gezwungen ist, Dagobert so unfreundlich und respektlos gegenüber Donald und diesen den ewigen an Geld armen Verlierer sein zu lassen.

Die Neffen spielen mal wieder die helfenden Vermittler, ohne die die Geschichte auch anders hätte ausgehen können. Die Panzerknacker – sie tauche hier übrigens das erste Mal bei Rosa auf – sind von ihm ebenfalls gut charakterisiert und stellen, im Gegensatz zu manch anderer Geschichte, auch mal richtig bedrohliche Gegner dar.

Zusammen mit dieser Premiere gibt Eine schlüpfrige Angelegenheit eine insgesamt witzige Geschichte mit einigen Barksreferenzen ab.

Eine amüsante, spannende und physikalisch irgendwie korrekte Geschichte: 2

(Max Baumgart)

Auftauchende Charaktere:

Erwähnte Charaktere:

Hintergrundinfos


Allgemeines

Alternativer deutscher Titel: Gefahr für den Geldspeicher (nur in MM 8-9/1996, dort von Peter Daibenzeiher übersetzt)

Dons Kommentare

[…] Cash Flow [ist] […] gar keine Fortsetzung. Der verrückte Professor, der darin auftaucht, ist nur ein kleines Zitat, ein Insiderwitz für uns Barks-Fans. Ich brauchte ihn nicht, um diese Strahlenpistolen einzubauen. Aber es macht mir einfach Spaß, Figuren oder Elemente aus den Geschichten zu zitieren, die mir als Kind am besten gefallen haben. (aus: TGDDS 1)

Barks-Bezüge (und andere)

Der verrückte Professor stammt aus Barks’ Die Kohldampfinsel (TGDD 7/BLOD 7)

Die Berge im dritten Bild auf Seite 24 stammen ebenfalls aus Barks-Geschichten, links ist zum Beispiel die Satanszacke aus Die Macht des Geldes (WDC 157).

Auf einem Fahndungsplakat im Gefängnis ist Carl Barks abgebildet.

Video-Rezension

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Letzte Änderung am 17.07.2013