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Arne Voigtmann

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Alles schwer verquer
A Matter of Some Gravity
Don Rosa
Peter Daibenzeiher
16
KA 32/96 (S) (August 1996)
MM 49/96, OD 18, TGDDS 1
D 96001
keine
Die Widmung steht auf dem unteren Fach des Aktenschranks im ersten Bild auf der ersten Seite.

Inhalt

Das Ganze beginnt damit, dass Gundel einfach so in den Geldspeicher hineinmarschiert (offenbar haben die Wachen - bzw. Kibizer frei) und Donald, der Fräulein Rührig vertreten soll und gerade ... äh, gewisse Probleme hat, sie ebenfalls durchwinkt. In Dagoberts Büro zückt sie dann ihren Zauberstab und eh sie sich versehen, hocken Donald und Dagobert an der Wand.

Gundel schnappt sich den Glückszehner und verschwindet. Donald und Dagobert wollen sofort die Verfolgung aufnehmen, stellen jedoch fest, dass das gar nicht so leicht ist, wenn man erstmal den Fußboden hochklettern muss. Schließlich gelingt es den beiden aber doch, den Geldspeicher zu verlassen. Doch schaffen sie es, Gundel quer durch die Stadt bis zum Flughafen zu verfolgen, bevor sie sich ins Flugzeug nach Neapel setzt und der Glückszehner für immer verloren ist?

(Arne Voigtmann)

Kommentar

Mit dieser Geschichte hat sich Don Rosa ohne Übertreibung ein Denkmal gesetzt. Das liegt nicht nur daran, dass sie zu seinen besten Zeiten entstand, als er erzählerisch und vor allem zeichnerisch auf dem Höhepunkt war, sondern vor allem an der schlichten, aber genialen und bisher im Disney-Universum einzigartigen Idee, dass Gundel Donalds und Dagoberts Schwerkraft einfach um 90 Grad wendet.

Natürlich könnte man auch mit einer guten und ungewöhnlichen Grundidee eine Geschichte noch in den Sand setzen, indem man daraus einfach nichts macht. Natürlich könnte man Don Rosa jetzt vorhalten, dass in der Geschichte eigentlich nicht viel mehr passiert, alsdass Donald und Dagobert Gundel Gaukeley verfolgen, bevor sie sich mit dem Glückszehner zum Vesuv absetzen kann, doch wurden die Tücken von Dagoberts und Donalds Perspektivwechsel dabei gekonnt und vielseitig dargestellt.

Seien es nun Schwierigkeiten mit Schaufensterscheiben, Anstrengungen beim Autofahren, Probleme im Park oder Fisimatenten am Flughafen, die Ducks müssen jede Situation mit ziemlicher Kreativität meistern. Und wie in der Fortsetzung Vergiss es! sind es auch hier wieder Tick, Trick und Track, die ihren Onkeln aus der Patsche helfen müssen.

Faszinierend an der Geschichte finde ich auch, dass der Leser quasi eine komplette Rundfahrt (bzw. einen Rundflug, wenn auch im Tiefflug) durch Entenhausen macht. Vom Geldspeicher aus geht es durch das Geschäftszentrum, den Emil-Erpel-Park, die ländlichen Gebiete vor der Stadt bis hin zum Entenhausener Flughafen. Die ungewöhnliche Perspektive der unteren Bildhälfte, die das Geschehen aus Dagoberts und Donalds Sicht zeigt, sorgt dafür, dass wir viele hochformatige Panoramabilder von Entenhausen bekommen - und dass man einen lahmen Arm bekommt, weil man dauernd das Heft drehen muss, um keine Details der Spielereien mit dem ständigen Perspektivwechsel zu verpassen.

Insgesamt kann man also sagen, dass diese Geschichte nahezu perfekt ist, zumal neben der genialen Idee und der sehr guten Ausführung auch der Humor - sowohl im Vordergrund als auch bei den Hintergrundgags - nicht zu kurz kommt. Gerade letzteres hätte ich mir bei den neueren Don-Rosa-Geschichten auch gewünscht.

Don Rosas größtes Meisterwerk: 1+

(Arne Voigtmann)

Auftauchende Charaktere:

Hintergrundinfos


Dons Kommentare

Im OD-Album 18 erklärt Don Rosa: Die Idee, eine Duck-Geschichte zu schreiben, die alles auf die Seite und auf den Kopf stellt, liegt schon seit Jahren unter meinen Notizen herum. Ich glaube, die entwickelte sich aus den Erinnerungen an einen Nachdruck von Winsor McKays Neom im Schlummerland. Comickenner unter Ihnen werden natürlich sofort wissen, welche Sonntagsseite gemeint ist.

Hintergrund-Gags

Gleich im ersten Bild der ersten Seite sollte man auf das Diagramm an der Wand von Fräulein Rührigs Büro achten.

Die Benutzung des Wasserspenders kostet übrigens 5 Kreuzer (in der Album-Version 5 Cent, da vergessen wurde, das zu übersetzen).

Man beachte den Hund auf Seite 8 und 9, der ein Attentat auf einen Hydranten plant (und offenbar auch ausführt).

Der Herr, der im Emil-Erpel-Park ein Picknick macht, wirft angewidert seine Würstchen weg, als er sieht, dass Dagobert und Donald schräg an einem Baum hängen.

Auf dem Werbeplakat für Pisa auf Seite 13 fällt jemand vom Schiefen Turm.

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Letzte Änderung am 29.03.2009